Einleitung
Shoepassion ist eine Schuhmarke der Heinrich Dinkelacker GmbH mit Sitz in der Wolfener Straße 32-34 in Berlin; Geschäftsführer ist Björn Henning.1 Das 2010 in Berlin gegründete Unternehmen bietet in Europa handgefertigte Leder- und Rahmenschuhe an und führt mehrere Eigenmarken. Die handwerkliche Produktion in Europa ist ein Pluspunkt, mehrere strukturelle Merkmale sprechen jedoch gegen eine Aufnahme.
Ablehnungsgründe
Externe Investoren
Das Unternehmen finanziert sein Wachstum nicht eigenständig, sondern über externe Kapitalgeber. Der frühere Porsche-Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking und der ehemalige IBM-Manager Norbert Lehmann waren zunächst Gesellschafter beim Schuhhersteller Heinrich Dinkelacker und wurden anschließend Gesellschafter von Shoepassion. Ihr Kapital diente ausdrücklich dem Ausbau weiterer Filialen, neuer Kollektionen und der Internationalisierung.2 Damit ist Shoepassion ein extern investorenfinanziertes Unternehmen und kein eigenständig gewachsener Kleinbetrieb.
Mehrmarken- und Konzernstruktur
Die Heinrich Dinkelacker GmbH bündelt mehrere Marken unter einem Dach, darunter Shoepassion selbst sowie Heinrich Dinkelacker, Henry Stevens und N91.1 Die Gruppe ist maßgeblich durch Übernahmen gewachsen: 2016 übernahm sie den über hundert Jahre alten Schuhhersteller Heinrich Dinkelacker, 2024 die Onlineplattform MyBudapester.com.2 3 Hinzu kommen mehrere stationäre Filialen in Deutschland und länderspezifische Onlineshops für weitere Märkte. Diese Struktur entspricht einer Mehrmarken-Gruppe und nicht einer einzelnen kleinen Manufaktur.
Marktplatz für Luxusschuhe
Mit der Übernahme von MyBudapester.com stieg das Unternehmen nach eigener Darstellung in das Marktplatzgeschäft für Luxusschuhe ein.4 5 Auf dieser Plattform werden neben den Eigenmarken auch internationale Designermarken wie Dolce & Gabbana, Valentino, Magnanni und Philippe Model verkauft.1 Das ist ein Handelsplattform- und Wiederverkaufsmodell, das deutlich über das Angebot eigener Erzeugnisse hinausgeht.
Schluss
Dass Shoepassion hochwertige, in Europa gefertigte Schuhe anbietet und eine traditionsreiche Manufaktur fortführt, steht außer Frage. Für die Aufnahme ist jedoch entscheidend, dass ein Betrieb klein, unabhängig und nicht über Beteiligungskapital finanziert ist und keine Marktplatzstrukturen für fremde Marken betreibt. Als investorengetragene Mehrmarkengruppe mit Marktplatzkomponente erfüllt Shoepassion diese Voraussetzungen nicht. Die Bewertung betrifft ausschließlich die Eigentümer- und Geschäftsstruktur und trifft keine Aussage über die Qualität der Schuhe.
Quellen
Footnotes
-
Impressum mit Betreibergesellschaft, Geschäftsführer, Eigenmarken und Designermarken, https://www.shoepassion.de/pages/impressum, Stand: 29.06.2026 ↩ ↩2 ↩3
-
Business Insider / Gründerszene zu Gründung, Gesellschaftern (Wiedeking, Lehmann) und Übernahme Heinrich Dinkelacker, https://www.businessinsider.de/gruenderszene/perspektive/startup-krisen-rettung-schoepassion/, Stand: 29.06.2026 ↩ ↩2
-
TextilWirtschaft zur Marken- und Filialstruktur sowie Restrukturierung, https://www.textilwirtschaft.de/business/news/weniger-laeden-weniger-labels-so-geht-es-bei-shoepassion-weiter-241168, Stand: 29.06.2026 ↩
-
Retail-News zur Übernahme von MyBudapester.com und zum Einstieg ins Marktplatzgeschäft, https://retail-news.de/insolvenz-shoepassion-uebernahme-mybudapester/, Stand: 29.06.2026 ↩
-
Schuhkurier zur Übernahme von MyBudapester.com, https://www.schuhkurier.de/shoepassion-uebernimmt-mybudapester-com/, Stand: 29.06.2026 ↩